Immer dem Apfel nach, 16.04.2014

Schreckstunde in der Morgenstunde beim Studium der MAZ vom 07. April 2014 - auf der Titelseite prankte was zu befürchten war: "Werderaner Blütenfest wohl ohne blühende Pracht".
Der milde Winter und ein warmer Frühlingsstart ließen die Natur deutlich früher erwachen. Also musste ich kurz entschlossen und spontan mit meinem Vorhaben reagieren, den Ende 2013 fertig gestellten Panoramaweg Werderobst von Petzow nach Derwitz mit dem Fahrrad zu erkunden.

Als Ausgang sollte Potsdam gewählt werden, das mit öffentlichen Verkehrsmitteln sehr gut erreichbar ist. Ich nehme es sportlich und radle die etwa 45 km lange Strecke von Königs Wusterhausen zur Landeshauptstadt in drei Stunden, meist auf dem die L40 begleitenden Radweg über Ragow, Dahlewitz, Blankenfelde, Großbeeren, Diedersdorf und Gütersfelde.








Ab Potsdam-Hauptbahnhof folge ich der Ausschilderung nach Werder. Der prima befahrbare Radweg (R1, Havel usw.) verläuft stets in Ufernähe der Havel mit Templiner- und Schwielowsee. Nach Überquerung der Baumgartenbrücke bei Geltow zweige ich links nach Petzow ab.



Auf einem Parkplatz, etwa zwischen Schlosspark und Kirche, finde ich die erwarteten Wegweiser und Info-Tafeln.



"Nun geht´s immer dem Apfel nach" auf Empfehlung von Heinz Helwig in seinem MAZ-Artikel vor einigen Wochen. Die drei Kilometer lange Etappe von Petzow nach Glindow führt durch den Wald nahe des Glindowsees, Baumblütenpracht - Fehlanzeige.



Das ändert sich aber nun. Bereits im Ortsbild von Glindow blühen in den Gärten vor allem Kirschbäume. Mit dem Verlassen des Ortes steigt der Panoramaweg auf ca. 1,5 km stetig an und erreicht eine Hochfläche mit Elisabethhöhe, Strebenberg (72 m N.N.) und Karfunkelberg (69 m N.N.). Auf dem flachwelligen Terrain wird großflächiger Obstbau betrieben.




Die sehr gut befahrbaren und für Radfahrer frei gegebenen Wirtschaftswege verlaufen zwischen Apfel-, Kirsch- und Pfirsichplantagen. Die Kennzeichnung des Panoramaweges finde ich allerdings ausbaufähig, weil an Kreuzungen bzw. Abzweigen noch Markierungen fehlten. So bin ich, noch im Blütenrausch, statt in Derwitz in Plessow gelandet. Angesichts des herrschenden Schauerwetters ärgert mich der kleine Kurswechsel nicht. Vom Radweg entlang der B1 kommend, suche ich dafür den Wachtelberg auf, wo verschiedene Rebsorten heranwachsen. Außerdem genieße ich die herrliche Aussicht auf die Inselstadt Werder, über die Havel nach Geltow oder zurück nach Glindow.




Eine Alternative für die Fahrt nach Potsdam bietet die Route über Caputh unter Benutzung der Seilfähre. Der Radweg verläuft dann am anderen Ufer des Templiner Sees.



Für die Strecke zurück wähle ich wieder die sportliche Fahrradvariante, diesmal durch Berlin. Die Ausschilderung zunächst nach Berlin-Mitte über Wannsee, Dahlem und Kreuzberg ist vorzüglich (R1, K-Route).




Ich lerne bei der Fahrt, oft abseits der großen Verkehrsströme, das abwechslungsreiche Gesicht der Stadt kennen von herrschaftlich-mondän bis multikulti-Chaos. Mein Nachtquartier nahe der Köpenicker Altstadt liegt irgendwo dazwischen.
 
 Radweg Potsdam-Hbf. bis Petzow  15 km, leicht
 Panoramaweg Petzow-Derwitz  14,5 km, mit kleinen Anstiegen mittelschwer
 Derwitz-Geltow neben der B1  13 km, leicht

Eine ca. 5 km längere Strecke führt von Derwitz über Kemnitz und Werder nach Geltow (z.T. Havel-Radweg).
 
Radwegetester

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